Re-inventing law for the commons

Fachforen und Workshops: Johann Steudle & Thomas Rüter / Samstag 10:30 bis 12:30

Boden als Gemeingut gibt es in Deutschland eigentumsrechtlich eigentlich nicht. Boden wird zivilrechtlich durch Eigentum immer einer bestimmten Person zugeordnet, mit dem Recht mit ihm nach Belieben im Rahmen der Gesetze verfahren und andere von der Nutzung auszuschließen. Boden ist also nicht der Rechtsform nach Gemeingut, sondern Menschen können mit ihm so umgehen, als wäre er es.
Die Gemeingut- oder Commonsliteratur beschäftigt sich damit, wie ein Gut Gemeingut wird. Ganz vieles kann Gemeingut werden: Wissen z.B. durch Wikepedia, ein städtischer Grünstreifen z.B. durch „urban gardening“ oder auch der Boden oder ein ganzer Hof. Allgemein gesprochen braucht es: eine Ressource, die Menschen gemeinsam nutzen wollen oder müssen, und selbstgeschaffene Regeln nach denen sie dies tun wollen.
Wenn Commons dadurch entstehen, dass Menschen gemeinsam eine Ressource nach selbst ausgehandelten Regeln nutzen, dann ist Commoning der Prozess, die Dynamik dieses Vorganges, an dessen Ende ein Gemeingut entstanden ist. Commoning ist der Prozess der Institutionalisierung der Gemeingüter durch Regelfindung.
Welche Regeln, welches Recht müssen wir erfinden, um (Boden-)Commons in Deutschland zu etablieren? Damit beschäftigt sich der Workshop.