Pro­gramm

 
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Freitag
Kunstausstellung
Gemeinsames Mittagessen
Eröffnung
wo lang? Konferenzteam: Begrüßung
Alanus Stiftung: Grußwort der Schirmherrschaft
Prof. Dr. Thomas Schmaus: Grußwort der Alanus
Impulsvorträge
Armin Steuernagel: Purpose Stiftung
Tina Andres: Handeln oder Verkaufen? – Landwege eG
Mathias Heyden: Gemeingut Raum: Planen und Bauen – eine Spurensuche in und für die Stadt & Region

Purpose Unternehmen stehen für Verantwortung. Purpose-Unternehmen sind für ihre Kunden und Mitarbeiter da. Gewinne werden größtenteils reinvestiert und dienen dem Sinn des Unternehmens. Die Verantwortung liegt immer bei den Menschen im Unternehmen. Purpose Unternehmen arbeiten nicht für den Gewinn von Investoren, sondern den Sinn des Unternehmens.

Handeln wir Werte oder werden wir lediglich Zeugen des Ausverkauf unserer Qualitäten und Inhalte im zunehmend aggressiven Preiskampf am Biomarkt? Wie gelingt es alternativen Handelssystemen, dem Verbraucher Werte zu vermitteln und deren Erhalt entlang der Wertschopfungskette in Erzeugung und Verarbeitung zu sichern? Seit über 30 Jahren bietet die Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft Landwege e.G. wachsende Absatzwege für ökologisch erzeugte Produkte aus der unmittelbaren Umgebung Lübecks mit einem Höchstmaß an Transparenz und Nachvollziehbarkeit für Verbraucher. Wie wichtig sind solche Handelspartner für die Entwicklung ökologischer Urproduktion in der Region und wie kann es gelingen, alternative Systeme ohne den Verlust von Vertrauen und Authentizität zu skalieren? Heute so aktuell wie vor 30 Jahren bietet das genossenschaftliche Wirtschaftsmodell aus Sicht seiner Akteure Antworten auf die drängenden Fragen der Sicherung der natürlichen Ressourcen und ökologischer und sozialer Verantwortung, auch wenn die Herausforderungen nicht geringer werden.
Die Frage, inwiefern die Professionen, welche das Planen und Bauen verantworten, zu räumlicher Teilhabe und Gemeinwohl in und für die Stadt & Region beitragen, wird seit der Industrialisierung Europas und Nordamerikas eruiert, und sie ist aktuell nicht nur hier und dort sondern global von hoher Brisanz. Für den Widerstand gegen und Alternativen zu kapitalistisch agierender Wirtschaft und von ihr dominierter Politik und Verwaltung liegt ein im Laufe der jüngeren Geschichte von unzähligen Aktiven erkämpfter und dementsprechend reichhaltiger Fundus an handfesten Theorien und Praktiken vor. An Strategien und Taktiken, Methoden und Werkzeugen mangelt es also nicht. Die Herausforderung ist, das Verständnis von und das Verhalten bezüglich der herrschenden politischen Ökonomie zu klären, eindeutig Position zu beziehen und kraftvoll zur Tat zu schreiten. Hervorgehoben sei, dass solche 'Schulen' über Generationen hinweg ein Fühlen, Denken und Handeln betonen, dass die natürlichen Ressourcen und somit der Grund und Boden, auf dem die planerische und bauliche Organisation, Entwicklung und Gestaltung stattfindet, endlich sind. Nimmt man die Stimmen hinzu, die argumentieren, dass jedwede von Menschen geschaffenen räumlichen Güter in der Quintessenz aus gesamtgesellschaftlich zusammen wirkenden und folglich miteinander verbundenen(Re)Produktionsprozessen hervorgehen, lässt sich schlussfolgern, dass die Stadt & Region Gemeingut sind. Eine damit einhergehende und wesentliche These ist, dass diese gemeingeschaffenen Räume weder öffentlich noch privat sein und allen und keinen gehören sollten. Das dahinter liegende Credo, die Welt durch das Wir zu begreifen und demzufolge tätig zu sein, lässt sich auch in so mancher Theorie und Praxis des demokratisierenden und emanzipierenden, sozial, ökonomisch und ökologisch gerechten und nachhaltigen Planen und Bauen identifizieren. Anschaulich wird diese Spurensuche durch materielle und immaterielle Parameter des räumlichen Gemeinschaffen und die Frage, inwiefern sie dieses und jenes Projekt gemeinguthaft prägen. Heranziehen lassen sich dazu beispielsweise Untersuchungen des Modus und Ausmaß von Partizipation in einem öffentlichen Wohnungsbauunterfangen; von Ermächtigung in einer genossenschaftlichen Siedlung; von Offenheit in einer Wagenburg; von Diversität in einem Nachbarschaftsgarten; von Leistbarkeit in einem Bildungs-, Kultur- oder Gewerberaum; von Do-It-Together in einem Community Land Trust; von räumlicher Teilhabe und Gemeinwohl in einer Quartiersentwicklung usw. Der Input skizziert die Prinzipien des Fühlens, Denkens und Handelns dieser 'Schule' des Wir, erläutert sie mittels architektonischer und städtebaulicher Beispiele (Fokus Berlin), und lädt dazu ein, über Strategien und Taktiken, Methoden und Werkzeuge der permanent schwellenhaften und Neue stets einladenden Organisation, Entwicklung und Gestaltung in und für die Stadt & Region zu diskutieren: Welche 'Formationen' des räumlichen Gemeinschaffens können wir schon erkennen, welche räumlichen Gemeingüter können wir noch imaginieren, in welche sind wir heute involviert, und welche Räume wollen wir morgen gemeinschaffen?
Kaffeepause
Diskussion zu den Impulsvorträgen
Keynote Gemeingut Boden
Dr. Ulrich Kriese: Eine historische Herleitung
Die meiste Zeit in der Geschichte der Menschheit galt Boden als Gemeingut. Darauf folgten unterschiedlich ausgeprägte Abhängigkeitsverhältnisse und damit einhergehend auch Machtgefälle zwischen einem weltlichen oder kirchlichen Herrscher als Grundeigentümer und seinen grundbesitzlosen Untertanen bis hin zu Leibeigenen. Das zunehmend weniger als breit gestreute private Eigentum an Grund und Boden, wie wir es heute kennen, und vor allem auch die rechtliche Zusammenführung von Boden- und Hauseigentum sind im Wesentlichen Produkte der Aufklärung und der Neuzeit. Als diesbezüglicher Schlüsselmoment in der Geschichte mit einer regelrechten Heiligsprechung des Privateigentums gilt die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte im Zuge der Französischen Revolution. Die Landflucht und das Wachstum der Städte taten ein Übriges und blieben nicht ohne Folgen: Parallel zum Wertzuwachs städtischer Grundstücke im Vergleich zu ländlichen Grundstücken wuchs auch die Bedeutung und sowohl wirtschaftliche als auch politische Macht des Bürgertums gegenüber jenen des Adels. In der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts dann, als Reaktion auf die im Zuge der Industrialisierung und Verstädterung immer stärker hervortretenden negativen Auswüchse des privaten Bodeneigentums, fanden Bodenreformüberlegungen verschiedener Persönlichkeiten wie Hermann Heinrich Gossen, Michael Flürscheim, Henry George, Adolf Damaschke, Silvio Gesell und Rudolf Steiner zunehmend Anhänger. Zu wirklich grundlegenden Reformen kam es, von wenigen kleinräumigen Ausnahmen abgesehen, zwar praktisch nirgends, so dass sich das Grundeigentum auf immer weniger Menschen konzentrieren konnte und bis heute kann. Ein wichtiger und bleibender Erfolg der Bodenreformbewegungen ist aber die Kodifizierung des Erbbaurechts zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Gemeinsames Abendessen
After-Dinner-Speech
Andreas Weber: Versöhnung von Ökonomie, Natur & Menschlichkeit
Warum zerstört unsere Wirtschaft weiterhin die Natur und erzeugt Ungleichheit? Die Antwort ist, dass sie auf einem falschen Bild des Lebens beruht, in dem der Stärkste gewinnt und nur Überlegenheit Erfolg verleiht. Das Leben in der Biosphäre aber ist nicht die Geschichte des Sieges einzelner, sondern ein Geben und Nehmen in Gegenseitigkeit. Ökosysteme sind Formen, um Gegenseitigkeit zu organsieren, um dem Ganzen Fruchtbarkeit zu ermöglichen, indem die einzelnen nehmen können, was sie brauchen. Sein heißt hier immer teilen. Dieses Prinzip der lebenden Erde durchzieht den Boden, auf dem wir gehen, und dessen Gewächse unsere Nahrung hervorbringen. Die Erde ist ein Körper, an dem wir alle teilhaben. Erde ist Humus, somit die Grundnahrung alles Lebendigen und Garant auch des Humanen. Nur wenn wir das Begehren nach Gegenseitigkeit – und die Fähigkeit zu ihr – als eine Grundeigenschaft der Welt erfassen, können wir eine Kultur des Austauschs ersinnen, die das Leben nicht vernichtet, sondern das fundamentale ökologische Prinzip verinnerlicht: die gemeinsame Teilhabe an einem lebenden Ganzen.
Ausklang
 
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Samstag
Start in den Tag
Open Space
Begrüßung & Reflexion
Keynote Commons
Silke Helfrich: Frei, fair und lebendig: Einführung in die Commons
Silke Helfrich wird in eines der zentralen Konzepte der Konferenz einführen: die Commons. Sie wirft einen kurzen Blick auf die Geschichte und erläutert dabei mit den Commons eng verbundene Begriffe wie Einhegung, Allmende, commoning/gemeinschaffen, P2P Produktion, Gemeineigentum, Ubuntu und andere mehr. Anhand von Beispielen aus der Praxis zeigt sie, dass es bei Commons um mehr geht als um andere Organisationsformen oder um ein anderes Wirtschaften im Kleinen überschaubaren Rahmen. Wir sind gefordert uns selbst zu verändern und zugleich eine gesellschaftliche Transformation voranzubringen, in der die Ideen von Freiheit, Fairness und Nachhaltigkeit nicht gegeneinander ausgespielt werden. Dem gemeinverantwortlichen Umgang mit Land und dem freien Austausch von Wissen kommt dabei eine ganz besondere Rolle zu: beides ist dem Markt zu entziehen.
Kaffeepause
Fachforen und Workshops
Mathias Heyden: “Schulen” des Wir im und für das Gemeingut Stadt & Region?
Brigitte Krenkers & Christopher Pinnekamp: Direkte Demokratie – Gemeingut Boden – Fremdbestimmt Selbstbestimmt Gemeinbestimmt
Rolf Novy-Huy & Prof. Dr. Dirk Löhr: Erbbaurecht und Bodenpolitik
Mathias Zaiser & Felicitas Sommer: Zugang zu Ackerland
Julius Klaffke: Gemeinsames Wohnen & Bauen
Kurt Wilhelmi – Omnibus für Direkte Demokratie: Gemeingut Produktionsstätte
Julia Tschersich: RightSeeds? – Governance von Saatgut und Sorten als Commons
Johann Steudle & Thomas Rüter: Re-inventing law for the commons
Roman Herre & Regine Kretschmer: Boden gut machen – Kämpfe um Land und Landnutzung im Globalen Süden
Sabine Horlitz: Community Land Trusts: Nachbarschaftliche Selbstverwaltung gegen Bodenspekulation und Verdrängung
Ein radikal-imaginativer Streifzug entlang grundsätzlicher Theorie und gelebter Praxis. Der Workshop lädt dazu ein, die im Input am Vortag skizzierten Thesen über räumliches Gemeinschaffen in und für die Stadt & Region zu vertiefen. Für die Erörterung werden Zitate aus Grundlagentexten herangezogen, die wir gemeinsam lesen und in Bezug zu dem Thema ‚Schulen‘ des Wir setzen wollen. Die bis dato vorgesehenen Textstellen entstammen: - David Harvey, „Die Erschaffung der urbanen Allmende“, in: Rebellische Städte, edition suhrkamp, 2013 - Silvia Federici, „Der Feminismus und die Politik der Commons“, in: Aufstand aus der Küche. Reproduktionsarbeit im globalen Kapitalismus und die unvollendete feministische Revolution, edition assemblage, 2012 - Starvos Stavrides, „Common Space: Die Stadt als Gemeingut. Eine Einführung“, in Gemeingut Stadt, Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt #4, 2017 Die Vorab-Lektüre ist keine Voraussetzung für die Teilnahme. Aber es kann um Zusendung im Zuge der Anmeldung zur Konferenz gebeten werden. Und selbstverständlich können zur Bereicherung unserer Diskussion Zitate von anderen Autor*innen mitgebracht werden. Das Thema ‚Schulen‘ des Wir, um sich darüber auszutauschen, inwieweit von uns jeweils angewandte Strategien und Taktiken, Methoden und Werkzeuge diese und jene materiellen und immateriellen Parameter des räumlichen Gemeinschaffen beinhalten, und inwiefern sie hervorgehoben und verstärkt werden können: - Wie wird das Thema Gemeingut Stadt & Region in der gegenwärtigen Politik-, Verwaltungs-, Wirtschafts-, Forschungs-, Bildungs- und Kulturlandschaft verhandelt? - Welche materiellen und immateriellen Parameter lassen sich in den uns bekannten, von räumlicher Teilhabe und Gemeinwohl geprägten Prozessen identifizieren? - Und wie können die entsprechenden Werte und Prinzipien des räumlichen Gemeinschaffen zu Grundsätzen in den uns bekannten Institutionen und Orten werden? - Davon ausgehend, welche ‚Curricula‘ für ein Planen und Bauen des Wir lassen sich imaginieren - Welche Art und Weise der Organisation, Entwicklung und Gestaltung schlagen wir vor, um die uns bekannten Institutionen und Orte als Gemeingüter in und für die Stadt & Region zu formen? - Oder lassen sich diese nicht umformen, müssen wir solche Institutionen und Orte erfinden und von dort aus in und für das Gemeingut Stadt & Region wirken? Unsere Diskussion dieser und weiterer Fragen kann sich auf ‚Schulen‘ des Wir hinsichtlich des ‚konkreten‘ Planen und Bauen beziehen, sich aber ebenso gut an einem Fühlen, Denken und Handeln des ‚unsichtbaren‘ räumlichen Gemeinschaffen orientieren. Ob so oder so, unsere Blicke sollten sich über universitäre Felder hinweg auf nicht-akademische Akteure*innen, Programme und Lokalitäten richten. Großartig wäre zudem, wenn es gelänge, die einen oder anderen Erkenntnisse zu dokumentieren, sei es per Text- und/oder Bildskizzen oder plastisch-improvisiert. Oder, in anderen Worten: Willkommen zu einem gemeinsamen Durchmessen und Umherschweifen entlang grundsätzlicher Texte und gelebter Praxis, um von hier aus die nächsten radikal-imaginativen, permanent schwellenhaften und Neue stets einladenden Schritte in und für die Stadt & Region als Gemeingut zu gehen.
Gemeinsame Verantwortung für unseren Boden - Deutschlandweit wächst die Bewegung für Direkte Demokratie. In Gemeinden, Städten und auf Landesebene werden die Menschen aktiv und wollen selbst über den Boden, das Land auf dem sie leben, entscheiden. Allein in den letzten beiden Jahren gab es in verschiedenen Bundesländern Initiativen „zum Schutz des Wassers“ (vor Fracking), zum „Erhalt der Artenvielfalt“ und „gegen Massentierhaltung“, für die Stadtgestaltung in Berlin, Tempelhofer Feld, Bremen und Hamburg. Das bekannteste Volksbegehren in diesem Jahr ist das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern. Mit Wenigen fing es 2018 an. Im Februar 2019 trugen sich 1.745.383 innerhalb von 14 Tagen in ihren Rathäusern für das Volksbegehren ein. Daran sieht man, was bereits alles passiert und möglich ist wenn wir unsere Verantwortung gegenüber unserer Erde, uns selbst und künftiger Generationen wahrnehmen. Wir müssen nicht warten, dass sich etwas ändert, wir können es selber tun. Dazu besteht in der Volksabstimmung als dreistufiger Prozess von Volksinitiative über Volksbegehren hin zum Entscheid ein stimmiges Werkzeug. Eine Gruppe von Menschen ergreift die Initiative für eine politische Idee und macht der Gesellschaft ein Angebot für die zukünftige Ausrichtung des Gemeinwesens. In diesem Workshop werden wir von diesen Initiativen und der Praxis eine Initiative zu gründen und durchzuführen berichten
Geht es nach den geläufigen ökonomischen Theorien, ist Privateigentum an Grund und Boden das Non plus ultra. Es lässt sich leicht zeigen, dass dies falsch ist. Eine Alternative zum Volleigentum an Immobilien sind (kommunale) Erbbaurechte. Bei kommunalen Erbbaurechten wird das Eigentum am Grundstück (in der Hand der Kommune) und am Gebäude (in der Hand eines privaten Akteurs) aufgesplittet. Der Gebäudeeigentümer zahlt an den Grundstückseigentümer für die Überlassung des Grundstücks eine „Pacht“. Mit Erbbaurechten lässt sich gegenüber dem Volleigentum an Immobilien ein Tauschgewinn und damit ein Mehrwert erzeugen. Wie kann dies sein? Bei Investitionen sind immer Rendite und Risiko zu beachten. Im Rahmen von Erbbaurechten werden nun Risiken vom Grundstückseigentümer auf den Gebäudeeigentümer verschoben. Damit gehen auch Verschiebungen in den Renditeforderungen einher, anhand derer die Zahlungsströme der Akteure bewertet (abdiskontiert) werden. Es entstehen auf diese Weise Bewertungsgewinne, die umso größer sind, je stärker die Risikoverlagerung und je höher das Bodenpreisniveau sind. Gerade in teuren Lagen könnte somit das Erbbaurecht genutzt werden, um den Tauschgewinn den Mietern zukommen zu lassen und so bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Leider werden Erbbaurechte von den Kommunen jedoch regelmäßig in einer Weise angewendet, die vollkommen ungeeignet ist, um deren Potenziale für bezahlbares Wohnen nutzbar zu machen. Zudem mangelt es den meisten Kommunen an verfügbaren Grundstücken, auf denen Erbbaurechte vergeben werden können. „Ein anderer Umgang mit Grund und Boden“ ist eine Zielsetzung nicht nur der Stiftung trias. Kann Grund und Boden ist „Gemeingut“. Seine Nutzung kann nicht dem zufallen, der den höchsten Preis bezahlt. Kann diese Frage eine neue Basis für eine breitere politische Mitbestimmung werden? Wer diese Forderung nicht nur politisch oder philosophisch erhebt, sondern in praktisches Handeln umsetzen möchte, sucht Instrumente. Den Boden einer Stiftung zu übereignen ist bodenpolitisch noch nicht das Optimum aber ein sehr guter Zwischenschritt. Wer ist Eigentümer und entscheidet über die Nutzung? Wem fließt die „Bodenrente“ zu? Was kann über den Erbbaurechtsvertrag noch an kommunaler, sozialer oder ökologischer Zielsetzung erreicht werden kann? Die Stiftung trias, 2002 gegründet, arbeitet inzwischen mi 40 Projekten über Erbbaurechtsverträge zusammen. 17 Jahre haben einiges an Lernerfahrung zusammenkommen lassen. Diese Praxiserfahrung ist inzwischen Forschungsgrundlage für Universitäten und Anregung für kommunales Handeln. Von der Bodenphilosophie über die praktische Arbeit kann der Workshop im besten Fall auch ein Blick in eine gemeinwohlorientierte Ökonomie wagen – hoffentlich aber einen anregenden Austausch zu diesem spannenden Thema.
In diesem Workshop werden praktische Beispiele besprochen, in denen landwirtschaftlicher Boden als Commons gestaltet wird. Dabei wird zum einen die Idee des Wertes von Land und zum anderen Landeigentum als Bündel aus Rechten und Pflichten besprochen und gezeigt, welche Perspektiven in Richtung Commoning weisen können. Seit 50 Jahren existieren Höfe die beispielhaft den Grund und Boden aus dem Privateigentum auf einen gemeinnützigen Träger übertragen haben. Höfe eines neuen Typs sind entstanden: Vielfältige, multifunktionale Höfe. Im Kräftedreieck von Eigentumsgemeinschaft, Betriebsgemeinschaft und Wirtschaftsgemeinschaft (Solawi) entstehen dabei faszinierende, soziale und wirtschaftliche Dynamiken. Dabei könnte der Gegensatz des marktwirtschaftlichen Rahmens, der sich im „Verkehrswert des Bodens“ wiederspiegelt, mit der landwirtschaftlichen Realität dieser Höfe, der sich im „Ertragswert“ des Bodens ausdrückt kaum größer sein. Die Frage wie ist Boden ein Gemeingut? - ist damit nicht abschließend zu beantworten. Vielmehr leben auf den Höfen eine Vielzahl an Lebensentwürfen und Modellen, die unterschiedlich mit den Rechten und Pflichten des Eigentums umgehen. Diese gilt es zu verstehen und Brücken zu schlagen, damit individuelle und gesamtgesellschaftliche Lösungen entwickelt werden können. Diesen wollen wir nachgehen.
Wir beobachten seit einigen Jahren, dass viele Bauherren grundsätzlich hinterfragen, wie sie wohnen wollen. An Projektbeispielen aus dem Büro “bogevischs buero münchen“ wird beleuchtet, dass partizipative Planungsprozesse zu neuen Lösungen führen können. Im Workshop sollen die individuellen Wohnvorstellungen der Teilnehmer ausgelotet und zu einem fiktiven gemeinschaftlichen Wohnprojekt zusammengeführt werden.
In diesem Workshop wird der Versuch gemacht, den Begriff des Bodens so zu entwickeln, dass er als Grundlage dienen kann für ein jetzt anstehendes gesellschaftliches Projekt: für die Gestaltung einer sozialen und ökologischen Wirtschaftswende. Hier einige erste Schritte: Sofort wenn wir geboren werden, kommen wir mit dem Boden der Erde in Berührung. Auf diesem Boden entwickeln wir uns, als Kinder zunächst spielend. Aus diesem Spiel wird im Laufe der Zeit die Arbeit. In der Arbeit entwickeln wir uns und die Welt weiter. Ich bin überzeugt davon: die Arbeit gehört zum Menschen wie das Spiel zum Kind, sie ist der Ausfluss eines innersten Bedürfnisses. Auf welchem Boden vollzieht sich diese Arbeit heute? Früher, in der mittelalterlichen Tauschwirtschaft waren es die einzelnen Haushalte, in denen die Menschen unmittelbar gelebt haben, der Haushalt des Schmiedes, der Haushalt der Landwirtschaftsfamilie, des Müllers/der Müllerin. Das waren gewissermaßen ganz natürliche Böden, auf denen die Menschen gelebt und gearbeitet haben. Mit der Entwicklung der modernen Arbeitsteiligkeit geschah dann etwas Erstaunliches: die Menschen verließen für die Arbeit ihre Haushalte und strömten zu den Produktionsstätten der neu entstehenden Unternehmen! An diesen Orten fanden sie sich zusammenfinden, um gemeinsam etwas hervorzubringen, wozu sie als Einzelne nie in der Lage wären. Etwas, das in der Welt gebraucht wird, wofür ein Bedarf besteht. Wenn wir dieses Phänomen der Zusammenarbeit auf diese Weise ganz kindlich und naiv betrachten, werden wir gewahr: mit der Entstehung der arbeitsteiligen Produktionsstätten entsteht Commons! Ein gemeinsamer Arbeitsraum. Um den Ort ihrer Arbeit aufzusuchen, verlassen die Menschen ihren privaten Haushalt und sie treffen und verbinden sich auf dem Commons Produktionsstätte. Die Produktionsstätten sind also höherentwickelte Naturböden, sie sind gewissermaßen kulturelle Böden, als Grundlagen, die von der aktuellen Kultur erarbeitet und für die Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Und wie schon die Naturböden können sie nicht Eigentum sein, denn Eigentum kann immer nur das werden, was auf ihnen entsteht, was auf ihnen erarbeitet und verkauft wird. Nur solche Arbeits-Erzeugnisse können im Kauf zu privatem Eigentum werden, können dann konsumiert werden. Die Produktionsstätten hingegen nicht, sie sind nicht Orte des Konsums, sie sind Orte der gemeinsamen Produktion. Sie sind die Stätten, wo Menschen ihre individuellen Fähigkeiten für das Ganze einsetzen. Als kulturelle Böden sind sie Kulturgut, Gemeingut im besten Sinn, sie gehören niemand, höchstens sich selbst. Wie nun kann diese arbeitsteilige Arbeit in den Produktionsstätten stimmigerweise finanziert werden? Wie können die da arbeitenden Menschen ihr Einkommen erzielen? Ist das etwa auch eine Kulturfrage, eine Frage des gesellschaftlichen Miteinanders und Füreinanders, eine Qualität des Commons? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die „Europäische Kreditinitiative“, die in dem Workshop auch besprochen werden kann.
Nur drei große multinationale Konzerne kontrollieren inzwischen 60 % des Saatgut- und 70% des Pestizid-Marktes. Der freie Zugang zu Saatgut und Sorten wird durch zunehmende private Eigentumsrechte wie Sortenschutz und Patente und bio-technologische Züchtungsmethoden immer weiter eingeschränkt, gleichzeitig schwindet die Vielfalt auf dem Feld und Teller aufgrund der Konzentration von Züchtung auf einheitliche, hoch-produktive Sorten für eine industrielle Landwirtschaft. Doch was tun? Ob Saatguttauschnetzwerke, partizipative Züchtungsinitiativen oder Saatguterhaltungsinitiativen, Saatgut-Initiativen im Globalen Süden und Norden beziehen oft Commons-Ansätze in ihre Arbeit mit ein und zeigen so einen ‚dritten‘ Weg abseits von Privatisierung und staatlichen Ansätzen auf. Mit Bezug auf das Forschungsprojekt RightSeeds, gehen wir in diesem Workshop den Seed-Commons auf den Grund. Wie betreffen uns diese Entwicklungen hier im Globalen Norden? Was macht Saatgut und Sorten eigentlich zu einem Commons und wie unterscheidet sich das von traditionellen Gemeingüter-Ansätzen? Was sind damit verbundene Chancen und Herausforderungen?
Boden als Gemeingut gibt es in Deutschland eigentumsrechtlich eigentlich nicht. Boden wird zivilrechtlich durch Eigentum immer einer bestimmten Person zugeordnet, mit dem Recht mit ihm nach Belieben im Rahmen der Gesetze verfahren und andere von der Nutzung auszuschließen. Boden ist also nicht der Rechtsform nach Gemeingut, sondern Menschen können mit ihm so umgehen, als wäre er es. Die Gemeingut- oder Commonsliteratur beschäftigt sich damit, wie ein Gut Gemeingut wird. Ganz vieles kann Gemeingut werden: Wissen z.B. durch Wikepedia, ein städtischer Grünstreifen z.B. durch „urban gardening“ oder auch der Boden oder ein ganzer Hof. Allgemein gesprochen braucht es: eine Ressource, die Menschen gemeinsam nutzen wollen oder müssen, und selbstgeschaffene Regeln nach denen sie dies tun wollen. Wenn Commons dadurch entstehen, dass Menschen gemeinsam eine Ressource nach selbst ausgehandelten Regeln nutzen, dann ist Commoning der Prozess, die Dynamik dieses Vorganges, an dessen Ende ein Gemeingut entstanden ist. Commoning ist der Prozess der Institutionalisierung der Gemeingüter durch Regelfindung. Welche Regeln, welches Recht müssen wir erfinden, um (Boden-)Commons in Deutschland zu etablieren? Damit beschäftigt sich der Workshop.
Land und Territorien werden immer mehr zu Spekulationsobjekten internationaler Konzerne und der Finanzindustrie. Am Beispiel von Paraguay und anderen Ländern zeigen Regine Kretschmer und Roman Herre,wie ländliche Gemeinden bis heute gemeinschaftliches Land und Territorien organisieren, in welchen Kämpfen um diese Nutzung sie stehen und was das Ganze mit uns in Deutschland zu tun hat.
Community Land Trusts sind ein gemeinschaftliches, nicht gewinnorientiertes Eigentumsmodell, mit dem Boden der Spekulation entzogen wird, um diesen dauerhaft für günstigen Wohnraum, aber auch für andere soziale, kulturelle oder gewerbliche Nutzungen zur Verfügung zu stellen. Der Workshop gibt einen Überblick über Geschichte und Struktur der CLTs und stellt beispielhaft internationale Projekte sowie die in Gründung befindliche Stadtbodenstiftung in Berlin vor.
Gemeinsames Mittagessen
Interdisziplinäres Hochschulforum
Prof. Paul Jonas Petry: Ständig Boden – Workshop mit Räumlichem, Sinnlichem und Skulpturalem – Bildende Kunst
I³-Ensemble: Eurythmie
Johannes Euler & Prof. Dirk Battenfeld: Wirtschaft
Prof. Swen Geiss: Almende-Räume – Architektur
Prof. Dr. Thomas Schmaus & Stella Braasch: Boden[los] – Philosophy, Arts and Social Entrepreneurship
Prof. René Harder: GELD oder LEBEN – Glück und Kinder sind unbezahlbar – Schauspiel
Prof. Dr. phil. Marcelo da Veiga: Rudolf Steiners Idee des Verantwortungseigentums – Institut für Bildung und gesellschaftliche Innovation
Corinne Roy: Ein künstlerischer Blick auf die eigene Zukunftsfähigkeit – Sozialkunst
„Wie tief gehört mir eigentlich mein Grundstück?" Der Workshop richtet sich an Menschen und Böden. Er wird sich in sehr praktischer Weise den räumlichen, sinnlichen und skulpturalen Aspekten des Themas „Weingut Boden“ widmen. Wahrscheinlich machen wir uns auch draussen dreckig.

Jede Innovation hat mit Ideen zu tun, die bisher noch nicht gedacht worden sind. Demnach gibt es noch keine Erfahrungsgrundlage dafür. Vor allem in gemeinschaftlichen Visionen stellt sich die Frage nach einer gemeinsamen Denkmöglichkeit und Begrifflichkeit. Wie können Ideen gemeinsam gedacht werden und in die Wirklichkeit kommen? Wie kommen wir dafür in ein Vertrauen und in eine Sensibilität von Entwicklung? Was brauchen wir für eine Haltung um gemeinsam Zukunft zu gestalten?

Unser Workshop für Bewegungsimprovisation will einen Erfahrungsraum für diese Fragen aufmachen. Nicht jedoch im wörtlichen Gespräch, sondern mit dem Versuch, der eigenen Bewegung eine Frage, eine Aussage, eine Intention zu Grunde zu legen, die aus unseren eigenen Impulsen kommt. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem wir geistesgegenwärtig dem Neuen zuhören, es ernst nehmen und ihm einen Ausdruck geben. Wie können wir diese Impulse durch Verbindlichkeit und Vertrauen sich entwickeln lassen? Und wie können wir unsere eigenen Impulse im Zusammenhang mit den Impulsen der Anderen bemerken und damit in eine Begegnung kommen?

Für diesen Workshop braucht man keine tänzerischen und improvisatorischen Vorerfahrungen, jede*r ist herzlich willkommen!

Das Thema Commons hat in der wissenschaftlichen Debatte in den letzten Jahren und insbesondere seit dem Wirtschaftsnobelpreis für Elinor Ostrom im Jahr 2009 an Bedeutung gewonnen. Ostrom erforschte langlebige Organisationen in Selbstverwaltung und nahm dabei insbesondere die Bereiche Fischerei, Forstwesen, Bewässerungssysteme, Wassermanagement und Tierhaltung in den Blick. In jüngerer Vergangenheit entwickelten sich auch vermehrt in anderen Bereichen Commons-Organisationen, wie zum Beispiel die Freie Software oder die Solidarische Landwirtschaft. Auf dieser Grundlage hat sich eine zweite Art der Commons-Forschung herausgebildet. Diese fokussiert insbesondere die sozialen Praktiken des Commoning. Auf dieser Grundlage werden Commons als systemische Alternative zur heute dominanten Wirtschaftsweise angesehen. Der Workshop bietet eine Einführung in zentrale wissenschaftliche Grundlagen dieser beiden Stränge und setzt diese miteinander in Beziehung. Die unterschiedlichen Erkenntnisse werden anhand von Beispielen aus dem Bereich Boden veranschaulicht und diskutiert.
In der Diskussion um eine neue / andere Gemeingüterkultur wollen wir Workshop Almende-Räume den Blick auf Formen und zeitgemäße Ausprägungen kollektiver Räume werfen und diese in verschiedenen Maßstäben zwischen Wohnung, Haus, Straße, Stadt und Landschaft erkunden.Über eine Sammlung konkreter Bilder und grundsätzlicher Begrifflichkeiten biete sich den Teilnehmern die Möglichkeit, Ihre eigene Sicht und Erfahrung kollektiver Räume zu reflektieren und im gemeinsamen Austausch zu erweitern. Dabei könnten folgende Fragen von Interesse sein: Warum suchen wir kollektive Räume? Welche Qualitäten macht sie “attraktiv“? Welche Bedeutung haben dabei Intimität, Offenheit, Maßstab, Funktion ... ? Wie formen und organisieren sich kollektive Räume? Welche Bedeutung hat deren Bewirtschaftung? Arbeitsmedium des Workshops wird ein “Memorie“ situativer Bilder und grundsätzlicher Begrifflichkeiten sein, die im Austausch auszuwählen und ggf. zu erweitern sind. Ziel des Workshop: Ohne Anspruch auf Vollständigkeit wollen wir mögliche Kategorien von Almende-Räumen benennen und eine vorläufiges “Bild“ derselben erzeugen.
Wenn vom Boden die Rede ist, dann geschieht das nicht im luftleeren Raum. Wer davon spricht, bewegt sich damit selbst schon auf dem Grund und Boden der Sprache – und der Kultur, in welcher diese Sprache gepflegt und beackert wird. Das führt dazu, dass eine Fülle an Assoziationen, Bedeutungen und Bildern mitschwingt, wenn der Boden zum Thema wird. Und zwar auch solche, die man vielleicht gerne abschütteln möchte, wie die unselige Rede vom Blut und Boden, die im Nationalsozialismus breitgetreten wurde. In diesem Workshop möchten wir das metaphorische Potential des Bodens ausloten – auch in seiner Ambivalenz, bis hin zur Bodenlosigkeit. Wir erschließen uns das Bedeutungsfeld zunächst anhand von persönlichen Erfahrungen, Assoziationen und kleinen Übungen, um dann anhand von kurzen Ausschnitten aus philosophischen und soziologischen Texten ins Gespräch und in die Diskussion zu kommen.
Warum wachsen Kinderarmut und soziale Spaltung, was keiner will? Wir wollen diesem mysteriösem Fall „Die unsichtbare Hand“ nachgehen - scharfsinnig wie die Drei Fragezeichen und in humorvollem Bezug auf sie. Es gilt verblüffende Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Immobilienpreisen und Boden, Altersvorsorge und Sozialsystemen aufzuklären.
Rudolf Steiners Idee des Verantwortungseigentums als Alternative zum sozialistischen Konzept der Vergesellschaftung der Produktionsmittel. „Es ist eine durchaus berechtigte Forderung des gegenwärtigen Sozialismus, dass die neuzeitlichen Einrichtungen, in denen produziert wird um des Profitierens des einzelnen willen, durch solche ersetzt werden, in denen produziert wird, um des Konsumierens aller willen. Allein gerade derjenige, welcher diese Forderung voll anerkennt, wird nicht zu der Schlussfolgerung dieses neueren Sozialismus kommen können: Also müssen die Produktionsmittel aus dem Privateigentum in Gemeineigentum übergehen.“ (Steiner, KdsF 124) Der Workshop untersucht und diskutiert R. Steiners Überlegungen zur Rolle der Wirtschaft im menschlichen Leben. Sein Denk- und Gestaltungsansatz bewegt sich im Spannungsfeld von Liberalismus und Sozialismus. Wie muss Eigentum gedacht und organisiert werden, damit individuelle Fähigkeiten für Innovation und Effizienz in der Wirtschaft sorgen können?  Woraus entstehen die Kräfte und Einrichtungen, die den Menschen und die Natur, der er angehört, wirksam vor Vernutzung und Ausbeutung schützen? Seine Überlegungen führen zum neuen Denken von Erziehung, Bildung und der Freiheit von Wissenschaft und Kunst.
Die Veränderung der äußeren gesellschaftlichen Organisationsstrukturen ist nicht wichtiger als die inneren Transformationsprozesse, die dann vom Individuellen zum gemeinschaftlichen Prozess tragen können. Vor äußeren Veränderungen stehen innere Transformationsprozesse, das heißt das Innere, Individuelle verdient es wahrgenommen und als Substrat für idealistisches Handeln herangezogen zu werden: „Il faut cultiver notre jardin!“ (Voltaire). Literaturhinweise: Der Commons-Idee folgend soll statt struktureller Konkurrenz eine neue Gemeinschaftlichkeit entstehen, was die Nutzung und Anerkennung von Ressourcen wie Boden, Wasser, Wissen etc. betrifft. Das Loslassen des konkurrierenden Handelns gelingt aber nur in den Bereichen, wo Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten oder kurz in das eigene Selbst überwiegt. Also beginnen wir das praktische Commoning mit dem Blick auf das Eigene und das Individuelle, das Potential darinnen. Wenn wir dessen sicher sind, hier uns sicher verwurzeln können, kann gemeinsames wachsen. Einerseits ohne viele Worte im Tun mit Ton, andererseits interessieren dann doch die sicher ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen, so dass ich auf einen Austausch sehr gespannt bin. Die Literatur, die in den letzten Wochen Humus für diesen Prozess gegeben hat ist folgende. Wer Interesse an diesem praktisch erlebenden Workshop hat, bringe doch auch seine Lieblingsliteratur mit, die unseren Fundus an lesenswerten Ansätzen bereichern: Hartkemeyer, Martina; Hartkemeyer, Johannes F.; Hartkemeyer, Tobias; Hüther, Gerald (2016): Dialogische Intelligenz. Aus dem Käfig des Gedachten in den Kosmos gemeinsamen Denkens. Zweite Auflage. Frankfurt am Main: Info 3-Verlagsgesellschaft Brüll & Heisterkamp KG. Herrmannstorfer, Udo (1990): Individualität und Staat. Dreigliederung des sozialen Organismus ; eine aktuelle Zeitforderung. Bad Liebenzell-Unterlengenhardt: Verein für ein Erw. Heilwesen e.V (Soziale Hygiene, 138). Hopkins, Rob (2013): The transition companion. Making your community more resilient in uncertain times. Reprinted. Cambridge: Transition Books. Hunecke, Marcel (2013): Psychologie der Nachhaltigkeit. Psychische Ressourcen für Postwachstumsgesellschaften. München: oekom. Sacks, Shelley; Kurt, Hildegard; Sachs, Wolfgang (2013): Die rote Blume. Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels. Klein Jasedow: thinkOya. Scharmer, Claus Otto (2018): The essentials of theory U. Core principles and applications. First edition (ABK Business book).
Kaffeepause
Keynote: Blockchain Technologie für Land Commons
Thomas Rippel: Blockchain Technologie für Land Commons
Der gesellschaftliche Bewusstseinswandel “vom ich zum wir” hat sich in der Landwirtschaft in den letzten zehn Jahren in mannigfaltigen gemeinschaftlichen Eigentums- und Wirtschaftsformen manifestiert. Organisationen wie Terre de Liens in Frankreich, Kulturland-Genossenschaft und BioBoden-Genossenschaft in Deutschland und Agrarian Trust in den USA konnten durch die gemeinschaftliche Finanzierung tausender Bürgerinnen und Bürger bereits mehrere zehntausend Hektar landwirtschaftliche Fläche nachhaltig aus der Spekulation befreien. Ackerland soll nicht mehr als Spekulationsgut gehandelt werden, sondern als eine Ressource, die die Menschheit verantwortungsvoll behütet. Landwirt*innen, welche bestmögliche Sorge tragen für den Boden, die Pflanzen und die Tiere, sollen Zugang zu diesen neuen Gemeingütern erhalten. Das Terrafina Framework skizziert, wie Blockchain Technologie dazu eingesetzt werden kann Land - jenseits nationalstaatlicher Grenzen - aus dem Markt zu nehmen und Gemeinschaften, die es als Gemeingut nutzen und bewirtschaften dauerhaft sowie rechtssicher verfügbar zu machen.
Diskussion Boden: Eigentum und Gemeingut?
Silke Helfrich, Rolf Novy-Huy & Teilnehmer:
Fishbowl Diskussion im Plenum zu Erkenntnissen und Erfahrungen der bisherigen Konferenz
Gemeinsames Abendessen
Ausklang
 
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Sonntag
Start in den Tag
Open Space
Begrüßung und Reflexion
Innovationswerkstatt
Tina Meckel und Studierende: Ideengarten
Der Idee der Commons folgend versteht sich die Konferenz nicht ausschließlich als Forschungs- und Bildungsveranstaltung, sondern auch als Arbeitsprozess, dessen Impulse in der Praxis Früchte tragen können. Am dritten Tag der Konferenz wird es unter dem Namen „Ideengarten“ für Teilnehmende die Möglichkeit geben, selbst zu gestalten. Inspiriert von den voran gegangenen Tagen, können Teilnehmende sich vernetzen, gemeinsam Ideen wachsen lassen oder existierende Initiativen weiterentwickeln. Im Ideengarten, der nach der Open Space Methode funktioniert, ist Platz für jede Form des Ausdrucks und des Wirkens. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, Impulse für Ideen und Methoden einzubringen und im Open Space andere zum gemeinsamen Aktivitäten einzuladen. Ein Angebot innerhalb des Ideengartens ist ein Kreativworkshop mit Design Thinking Ansatz. Der stark strukturierte Workshop regt an, auf eher untypische Art und Weise Ideen zu Tage zu bringen und gemeinsam weiter zu kneten. Geschulte Studierende der Alanus Hochschule werden dabei die Arbeitsgruppen methodisch unterstützen. Design Thinking hat in die Arbeitswelt eine Haltung und Methoden eingebracht, unser kreatives Potential über das Kognitiv-rational-analytische hinaus zu erweitern: empathisch in ein System gehen: sich mit dem Herzen in andere hineinversetzen; mit Sinnen erspüren; halbgare, unfertige Impulse innerhalb einer diversen Gruppe zulassen und gemeinsam damit weiter zu spielen; mit dem ‚Wissen der Hände‘ schon rohe Ideen be-greifbar machen. Und: immer die Offenheit, zu ergründen, ob sich aus dem Ausgangspunkt vielleicht eine bedeutendere Fragestellung ergeben hat. Also, lasst uns brainstormen und basteln! Um uns gegenseitig zu befruchten, werden Ideen und Initiativen, aus dem Design Thinking Workshop sowie aus potentiellen parallelen Aktivitäten, der Konferenzgemeinschaft vorgestellt und erhalten aus dieser interdisziplinärer Perspektive Resonanz und Anregungen. Eine finanzielle Ausstattung bzw. Partnerschaften mit Unterstützern sind angestrebt, um den entstandenen Projekten eine finanzielle Startmöglichkeit zu sichern.
Gemeinsames Mittagessen
Vorstellung der Ideen
Verabschiedung
Ende

Be­gleit­pro­gramm

Gemeingold Boden – Eine kuratierte Raumintervention – Willem-Jan Beeren und Miriam Hamel

Kies: (mhd. kis, grobkörniger Sand): Ein Lockergesteinsboden, nach DIN 4022 mit Korndurchmesser zwischen 2 und 63mm. Verschiedene Kornformen möglich, je nach Entstehungsprozess rund (als Boden- oder Schleppfracht in Bächen und Flüssen) oder scharfkantig (aus Brechanlagen). Als Zuschlagstoff in Beton neben Sand weltweit der nachgefragteste Massenrohstoff. Der Abbau erfolgt in Kiesgruben gegen Gebühr über Konzessionen, d.h. durch behördliche Verleihung eines Nutzungsrechtes am Gemeingut. Zurück bleiben Löcher im Boden.
Gold: (indogermanisch ghel, glänzend, gelb): Chemisches Element mit der Ordnungszahl 79 und Lebensmittelzusatzstoff E175. Eines der ersten Metalle, die Menschen verarbeitet haben (älteste Funde: ca. 4.600 v. Chr.). In vielen Kulturen und Zeitaltern Sinnbild für Reichtum und Spiritualität. Grund zahlloser Kriege, politischer und wirtschaftlicher Krisen. Der durchschnittliche Goldgehalt abgebauter Erze liegt mittlerweile unter 5 g/t.
Kuratieren: (lat. curare, pflegen, hegen, umsorgen): Gemeinsam Sorge tragen für den Wert des Bodens. Kies zu Gold.

Gemeinsames Vorbereiten der Mahlzeiten

Kleine wechselnde Gruppen der Konferenzteilnehmer*innen werden gemeinsam mit der Küche die unterschiedlichen Mahlzeiten am Wochenende zubereiten. Kuchenspenden für die Kaffeepausen sind herzlich willkommen.

Humorvolle und tänzerische Zwischenpausen

Unterschiedliche Interventionen werden das Konferenzprogramm bereichern und von Zeit zu Zeit auf homorvolle und tänzerische Weise hinterfragen.

Frieder Zimmermann – Die Humusrevolution – ein Arbeitsstand – ein Audiofeature

Im Jahr 2050, nach mehreren Finanzkrisen, katastrophalen Dürren und Hungersnöten in Europa entscheiden sich die Menschen, nicht nur den politischen Status Quo, sondern auch das Wirtschaftssystem in Frage zu stellen. Zentraler Punkt ist dabei die Landwirtschaft und ihr Verhältnis zum Boden. Das Audiofeature berichtet aus einer möglichen Zukunft. Interviews aus der ökologischen Gemeinschaft Schloss Tempelhof sowie aus Klein Jasedow im Lasaaner Winkel zeichnen ein hoffnungsvolles Bild einer nicht so fernen Zukunft, die Realität werden kann, wenn jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Kaffee und Getränke Bar

Während der Konferenz wird es tagsüber durchgängig die Möglichkeit geben, fair gesegelte TEIKEI Kaffeespezialitäten zu trinken und sich dabei auszutauschen.

Kunstausstellung

Wir möchten die Möglichkeit ergreifen, uns als KünstlerIn persönlich dem unentbehrlichen Gut Boden auseinander zu setzen und einen Raum für die TeilnehmerInnen der Konferenz zu öffnen. Dieser Raum kann vielleicht als eine Art Gefühlsraum wahrgenommen werden, in dem keine Diskussion stattfinden muss.Während der Konferenz machen wir eine Aktion und Ausstellung, die wir partizipativ gestalten wollen.

Boden
eine Untersuchung ein Lied ein Haufen Erde
eine Spielwiese ein Raum eine Treppe
Ausdehnung der Fläche Substrat und Grundlage
wie weit geht es wie weit aus mir heraus
welchen Ton hat der Boden wenn er in meinen Händen getragen ist
wie trägt er mich bin ich haltbar

es wird gestellt geschoben bewegt und verdrängt
drei Orte

Team der Kunst:
Pauline Berger, Stella Braasch, Mira Brauneis, Arvid Jansen, Felix Kind, Fabienne Marque, Esther Szöke, Jan Tiets, Kilian Wiest